Roter Stern Belgrad - Partizan Belgrad
3 - 0

 

08.11.03 , Anstoß 16:00 , Crvena Zvezda, Belgrad
1. Liga Serbien u. Montenegro

 

Wieder auf der Autobahn gen Belgrad City kam man in ein wahres Verkehrschaos. So musste man schon ein wenig zu unlauteren Mitteln greifen um noch halbwegs ordentlich voran zu kommen. Man fuhr wieder zum bekannten Kreisverkehr am McD und hatte ein bischen Suchen einen halbwegs sicheren Parkplatz gefunden. Flott in ein Taxi gesprungen gings dann auf direktem Wege zum Roter Stern Stadion. Hier war schon richtig was los. Wo man gucken konnte waren Horden von Policias im Einsatz. Man drehte zunächst eine Runde um den Ground auf der Suche nach einem möglichen Gefahrenherd. Ausser kleineren Anfeindungen und vereinzelten Steinwürfen war aber nix besonderes am Start. So enterte man dann etwa 30 Minuten vor Kick off den Ground. Während sich Ingo und Schmiddi nun auf die Haupttribüne fleezten suchten Öhli und ich die den 5 Sitzreihen fassenden Oberrang, die sogenannte Galerie auf. Hier herrschte ein leichtes Chaos. Man konnte die richtigen Plätze nicht finden und setzte sich dann halt irgendwo hin. Jetzt kamen immer wieder Leute die andere von ihren Plätzen verscheuchten da sie falsch sassen. Zum Glück konnten wir 2 unsere Plätze verteidigen. Während man so durch das Rund schaute erblickte man plötzlich 2 Reihen unter uns den Sindelfinger und Westbevern-Jörg. Tja, die Welt ist doch klein. Das Stadion füllte und füllte sich und dürfte letztendlich ausverkauft gewesen sein. Mit soviel Zuschauern hätte ich wirklich nicht gerechnet. Unter den Zuschauern waren auch etwa 15000 Partizanen die alle schwarze und weisse T-Shirts anhatten sodass sich eine Dauerchoreo mit der Aufschrift "PFC" ergab.
Auf RedStar-Seite wurden zum Anstoss jede Menge blaue, rote und weisse Bahnen hochgezogen. In der Mitte gabs ebenfalls eine Dauerchoreo mit dem Vereinswappen. Sah absolut geil aus. Stimmungsmässig war dieses Derby der Hammer. Auf beiden Seiten wurde permanent supportet. Die Partizanen erreichten trotz der zahlenmässigen Unterzahl eine wahnsinnige Lautstärke. Die Red Star-Leute überzeugten total durch ihre Geschlossenheit. Glaube nicht dass es sowas noch einmal in Europa gibt. Absolut beeindruckend ist wenn der Capo vor 25000 Mann die Arme hebt, und daraufhin auch wirklich 50000 Arme hochgehen um einen Klatschrythmus anzustimmen. Einziges Manko war meiner Meinung nach nur dass heute wenig Pyroartikel geboten wurde.
Sportlich gesehen war das Derby heute für beide überaus wichtig. Redstar ist Tabellenführer, Partizan ist 2. mit 2 Punkten Rückstand.
das Spiel ging rasant los. Nach bereits 11 Minuten stand es 1-0. Daraufhin folgte natürlich ein genialer Torpogo. Trotzdem schafften es die Fans sich wieder so zu formieren dass ihr Vereinswappen der Dauerchoreo wieder erkennbar war. Wenige Minuten vor der Pause erhöhten die Gastgeber sogar noch auf 2-0.
Zur 2. Halbzeit sollte es dann bei den Roten eine 2. Choreo geben doch die wurde total verpatzt. Wie ich von einigen Roter Stern-Supporters zugespielt bekam handelt es sich jedoch um eine Verarschung der Partizanen, die wohl regelmässig ihre Choreos versauen.
Auf Partizan-Seite kamen wohl so langsam die ersten Emotionen hoch und so knallte es desöfteren untereinander. Alles aber in relativ kleinem Rahmen. Nach gut einer Stunde fiel das 3-0 und das Spiel war entschieden. Jetzt wurde es teilweise richtig laut da nun auch die Haupt- und Gegentribüne miteinstimmte. Die Partizan-Leute hatten nun die Schnauze voll und begannen damit die ersten Sitzschalen aus ihrer Verankerung zu reissen und auf die Laufbahn zu schmeissen. Mit der Zeit beteiligten sich soviele Leute an dieser Aktion dass die Polizei es für besser hielt in den Block zu marschieren. Das änderte zwar nichts an den Schalenwürfen sondern nur an der Wurfrichtung. enn von nun an flogen die Sitzgelegenheiten den Behelmten um die Ohren. Einige ganz Kranke stellten sich sogar bis zu 3 Meter vor die Uniformierten um sie besser beschmeissen zu können.
Bis zum Abpfiff hatte sie zudem einige Türme mit Sitzschalen erreichtet die sie daraufhin anzündeten. Was letztlich überblieb war eine leere Kurve in der überall Feuer loderten. Es sah aus wie ein Schlachtfeld.
Draussen gab es kein Durchkommen zu den Partizanen da die Polizei alles abgesperrt hatte. Man bewegte sich so mit dem Red Star-Mob Richtung City und verzichtete dabei grössenteils auf deutsche Unterhaltung. Am Auto angekommen ging es dann auf direktem Wege aus der Stadt raus und auf die Autobahn gen Zagreb. Alles in allem ein richtig gutes Derby.